Wann ist eine Modernisierung des Sicherungskastens notwendig?

Ein veralteter Sicherungskasten mit Schraubsicherungen stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Erfahren Sie, wie eine Modernisierung zu LS-Automaten abläuft und mit welchen Kosten Sie rechnen sollten.

Sicherungskasten modernisieren

Der Sicherungskasten ist das Herz der elektrischen Hausinstallation. Er schützt Ihre Stromleitungen vor Überbelastung und Kurzschlüssen. Doch viele ältere Häuser sind noch mit veralteten Schraubsicherungen ausgestattet. Diese bieten weniger Sicherheit als moderne LS-Automaten und können zur Brandursache werden. Eine Modernisierung ist daher nicht nur eine Frage des Komforts, sondern der Sicherheit.

Warum alte Schraubsicherungen problematisch sind

Schraubsicherungen gehören zur Generation der klassischen Sicherungstechnik. Sie bestehen aus einem Porzellangewinde mit einer Schmelzleiter aus Blei oder Silber. Wenn der zulässige Strom überschritten wird, schmilzt der Draht durch und unterbricht die Stromzufuhr.

Das klingt zunächst sinnvoll, hat aber erhebliche Nachteile: Schraubsicherungen können „geflickt“ werden. Viele Menschen verwenden dann Kupferdraht, Aluminiumfolie oder sogar eine Münze als Ersatz. Das führt dazu, dass der Schutz nicht mehr funktioniert und Brände entstehen können. Zudem erkennen Schraubsicherungen Kurzschlüsse oft nicht schnell genug. Der Schmelzleiter braucht Zeit zum Durchbrennen.

  • Kein modernstes Schutzsystem nach VDE 0100
  • Hohe Brandgefahr durch „Reparaturen“
  • Langsame Reaktion auf Kurzschlüsse
  • Keine Berücksichtigung von Fehlerstromschutz (RCD/FI-Schalter)
  • Deutlich höhere Versicherungskosten

LS-Automaten: Der moderne Standard

LS-Automaten (Leitungsschutzschalter) sind die moderne Alternative. Sie arbeiten nach dem Prinzip einer Bimetall-Auslösung und einer magnetischen Sofortauslösung. Das bedeutet: Bei Überbelastung reagiert das Gerät verzögert, bei Kurzschluss sofort.

Der große Vorteil: Sie können nicht „geflickt“ werden. Ein defekter LS-Automat lässt sich einfach ein- und ausschalten oder wird ausgetauscht. Sie schützen Ihre Installation zuverlässig nach den aktuellen Sicherheitsnormen.

Ergänzt wird die Modernisierung durch einen FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter). Er erkennt, wenn Strom unkontrolliert abfließt – etwa weil jemand einen Stromschlag bekommen könnte. Der FI-Schalter unterbricht dann blitzschnell den Stromkreis.

Der Ablauf einer Modernisierung

Die Modernisierung sollte immer von einem qualifizierten Elektrofachmann durchgeführt werden. Ein DIY-Versuch ist nicht nur unprofessionell, sondern auch illegal und lebensgefährlich. Stromschläge können tödlich sein.

Der Ablauf ist üblicherweise so:

  • Besichtigung des alten Sicherungskastens durch den Fachmann
  • Stromabschaltung (Stromnetz wird vom EVU getrennt)
  • Ausbau des alten Kastens und aller Schraubsicherungen
  • Installation eines neuen Verteilerkastens nach DIN 43880
  • Einbau von LS-Automaten für alle Stromkreise
  • Installation eines FI-Schalters im Hauptstromkreis
  • Überprüfung durch Elektrofachmann (DGUV V3 Prüfung)
  • Freigabe durch das Energieversorgungsunternehmen (EVU)

Kosten und Kostenrahmen

Die Kosten für eine Sicherungskasten-Modernisierung variieren je nach Umfang und örtlichen Bedingungen. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 8–12 Stromkreisen kostet zwischen 1.500 und 3.500 Euro.

Folgende Faktoren beeinflussen den Preis:

  • Anzahl der Stromkreise (mehr Kreise = mehr LS-Automaten)
  • Zustand der bestehenden Leitungen und des Schachts
  • Notwendigkeit von zusätzlichen Arbeiten (z. B. Nachverlegung von Leitungen)
  • Regionaler Lohn- und Materialpreisniveau
  • Zusätzliche Ausstattung (z. B. Überspannungsschutz, Smart-Home-Vorbereitung)

Eine gute Nachricht: In vielen Fällen unterstützen Kreditinstitute und die KfW-Bank Modernisierungsmaßnahmen mit zinsgünstigen Darlehen oder Zuschüssen. Es lohnt sich, bei Ihrer Bank nachzufragen.

Wann ist eine Modernisierung notwendig?

Eine Modernisierung ist spätestens dann notwendig, wenn Sie eines der folgenden Merkmale an Ihrem Sicherungskasten feststellen:

  • Der Kasten ist älter als 40 Jahre
  • Sie sehen noch Porzellan-Schraubsicherungen
  • Der Kasten ist verrostet oder zeigt Verschleißerscheinungen
  • Es gibt keinen FI-Schalter
  • Sie planen einen Umbau oder Neubau von Stromkreisen
  • Die Versicherung fordert eine Modernisierung

Auch wenn Ihr Sicherungskasten noch funktioniert: Eine moderne Installation ist ein bedeutender Sicherheitsgewinn für Ihre Familie und Ihr Vermögen.

Jetzt einen Fachmann finden

Sie unsicher, ob Ihr Sicherungskasten modernisiert werden sollte? Ein qualifizierter Elektrofachmann kann das schnell klären. Rufen Sie uns an unter 0151 61134271 – wir helfen Ihnen mit einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe. Die Beratung ist unverbindlich und kostenlos.

Häufige Fragen

Kann ich einen Sicherungskasten selbst modernisieren?

Nein, das ist nicht möglich und illegal. Arbeiten an der Stromverteilung dürfen nur von Elektrofachleuten nach VDE 0100 durchgeführt werden. Das Risiko für Stromschlag und Brand ist viel zu groß. Auch Ihre Versicherung würde nicht zahlen.

Wie lange dauert eine Modernisierung?

Die Modernisierung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses dauert meist 1–2 Tage. Größere Projekte können sich auf 3–5 Tage erstrecken. Der genaue Zeitaufwand hängt von der Anzahl der Stromkreise und dem Zustand der bestehenden Installation ab.

Gibt es Fördermittel für die Modernisierung?

Ja, es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten. Die KfW-Bank bietet zinsgünstige Darlehen und teilweise Zuschüsse im Rahmen von Energieeffizienz-Programmen. Auch lokale Energieversorgungsunternehmen haben teilweise eigene Förderungen. Fragen Sie Ihre Bank oder Ihr EVU nach den aktuellen Möglichkeiten.

Was ist der Unterschied zwischen LS-Automat und FI-Schalter?

Ein LS-Automat schützt Leitungen vor Überlastung und Kurzschluss. Ein FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter) erkennt, wenn Strom unkontrolliert abfließt – etwa bei Stromschlag – und trennt blitzschnell ab. Beide sind wichtig und sollten zusammen eingebaut werden.

Bin ich während der Modernisierung ohne Strom?

Ja, während der Arbeit am Sicherungskasten muss der Hauptstromkreis abgeschaltet sein. Das kann mehrere Stunden dauern. Der Fachmann informiert Sie vorher über die genaue Dauer. In manchen Fällen können Teile der Anlage provisorisch versorgt werden.

Sofort-Hilfe rund um die Uhr

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